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Schadstoffe und Krankheiten

Durch das Glimmen des Tabaks wird Nikotin freigesetzt. An winzige Teerteilchen im Rauch gebunden gelangt es durch Inhalation in die Lunge. Von dort wird es rasch in die Blutbahn aufgenommen und erreicht in wenigen Sekunden das Gehirn. Dort regt Nikotin die Freisetzung des Nervenbotenstoffes Dopamin an. Dieser löst Gefühle von Wohlbehagen bis Hochstimmung aus und ist für den sogenannten „Rauchgenuss“ verantwortlich.

Ebenso wird Noradrenalin freigesetzt, das durch erhöhte Aufmerksamkeit und Energiefreisetzung ebenfalls stimulierend wirkt. Sobald dem Körper kein Nikotin mehr zuführt wird, nimmt die Menge des freigesetzten Dopamins und Noradrenalins im Gehirn ab. Das Genussempfinden verschwindet und Entzugserscheinungen (mehr Herz- und Atemfrequenz, Unruhe und Gereiztheit, Aggressivität, Schlafstörungen, Depression, Konzentrationsstörungen) setzten ein. Mit dem Anzünden der nächsten Zigarette werden die Entzugserscheinungen umgehend aufgehoben. Der Teufelskreis beginnt von vorne.

Suchtkriterien

  • Starkes Verlangen oder Zwang zu rauchen;
  • Häufiger Wunsch das Rauchen zu verringern oder aufzuhören;
  • Rückfälle nach erfolglosen Versuchen das Rauchen aufzuhören;
  • Verringerte Kontrollfähigkeit bezüglich Beginn, Beendigung und Menge;
  • Weiterrauchen trotz wiederholten Auftretens negativer Wirkungen (Raucherhusten, Kopfschmerzen, Durchblutungsstörungen etc);
  • Auftreten körperlicher Entzugssymptome bei „Rauchpausen“ (z.B. Krankheit);
  • Aufnahme des Rauchens, um gezielt diese Entzugserscheinungen aufzuheben;
  • Festhalten am Rauchen, obwohl dem Raucher die schädlicher Folgen bekannt sind

Teer ist im Rauch in winzigen Partikeln enthalten, die sich mit jedem Zug aus der Zigarette in den Atemwegen und der Lunge absetzen. Nur ein geringer Anteil wird wieder ausgeschieden. Wer täglich ein Päckchen Zigaretten raucht, nimmt pro Jahr eine Tasse Teer auf. Luftröhre und Bronchien sind mit Flimmerhärchen ausgestattet, die verhindern, dass in der Atemluft vorhandene Staubteilchen in die Lunge gelangen. Man kann die Flimmerhärchen mit einem Fließband vergleichen, das die eingedrungenen Schadstoffe wieder nach draußen befördert. Dieser Mechanismus wird durch den Tabakteer lahmgelegt. Die Flimmerhärchen werden bewegungsunfähig und später sogar zerstört. So wird die Selbstreinigung der Atemwege praktisch ausgeschaltet.

Die Schmutzstoffe können sich nun ungehindert auf den Schleimhäuten ablagern. Da sie ein idealer Nährboden für Bakterien und Viren sind, kommt es leicht zu Entzündungen. Durch Husten versucht der Körper die liegengebliebenen Schmutzstoffe loszuwerden. Jeder starke Raucher kennt den morgendlichen Reizhusten. Aus all diesen Schädigungen entwickelt sich oft eine chronische Bronchitis.

Raucher geraten bei körperlicher Anstrengung leichter außer Atem als Nichtraucher. Die Ursache hierfür ist vor allem das Kohlenmonoxid. Dieses giftige Gas gelangt zum größten Teil über die Lungenbläschen ins Blut. Dort wird es anstelle des Sauerstoffs an die roten Blutkörperchen gebunden. Es wird weniger Sauerstoff transportiert. Das Einatmen größerer Mengen Kohlenmonoxid bei starken Rauchen ruft deshalb Sauerstoffmangel in Geweben und Organen hervor. Dadurch entstehen Durchblutungsstörungen.

Beim Verbrennen einer Zigarette entwickeln sich ungefähr zwei Liter Rauch. Dieser enthält neben Nikotin, Kohlenmonoxid und Teer noch eine Vielzahl (über 3000) chemischer Verbindungen, teils in fester Form, teils als Gas. Darunter sind Stoffe wie Ammoniak, Blausäure, Stickoxide, Acrolein, Toluol, Pyridin, Blei und Zink. Als krebserregend werden vor allem die Bestandteile Nitrosamine, Vinychlorid, Hydrazin, Benzo(a)pyren und Nickel angesehen. Begründeter Krebsverdacht besteht unter anderem bei Formaldehyd, Anilin und Cadmium. Über 40 krebserzeugende Stoffe sind in der Zigarette nachgewiesen. Rauchen verursacht Schäden am Gefäßsystem und ist somit an der Verengung und Verkalkung der Blutgefäße (Ateriosklerose) beteilig. Auch Radioaktivität wird durch die Tabakpflanze mittels rauchen in den Körper eingesogen, da sie Staub aus der Luft filtert, der mit Polonium und Plutonium belastet ist.

Rauchen erhöht das Risiko an Krebs zu erkranken deutlich. Im Tabakrauch sind rund 40 krebserregende oder -mitverursachende Substanzen enthalten. Rauchen verringert die natürlichen Killerzellen, die das Immunsystem gegen Krebszellen einsetzt. Alle Organe, die mit Zigarettenrauch oder dessen Inhaltsstoffen in Berührung kommen, sind stärker krebsgefährdet. Besonders betroffen sind Bereiche der oberen Atemwege wie Lunge, Luftröhre und Bronchien (fast 90%). Dabei liegen die Chance nach der Diagnose Lungenkrebs, 5 Jahre zu überleben, bei 10%!. Weiters sind Tumorerkrankungen in der Mundhöhle, Zunge, Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre, Blase, Niere, Bauchspeicheldrüse bei Rauchern deutlich häufiger.
Rauchen bewirkt eine akute Verengung der Blutgefäße (Gefäßverkalkung vor allem der Arterien des Herzens, des Gehirns und der Gliedmassen). Lebensgefährliche Gefäßverschlüsse wie Herzinfarkt sind häufig die Folge. Bei akuten Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefässe (Koronararterien) stirbt Herzmuskelgewebe ab und nimmt nicht mehr an der Pumpkontraktion des Herzens teil. Je mehr Gewebe abgestorben ist, desto mehr ist die Leistungsfähigkeit des Herzens eingeschränkt. Weiterhin führt Rauchen zum Ansteigen des Blutdrucks und einer erhöhten Herztätigkeit. Herzinfarkte vor dem 40. Lebensjahr betreffen fast nur Raucher und ein Erstinfarkt tritt bei Rauchern im Schnitt 10 Jahre früher auf. Weitere Risikofaktoren wie Übergewicht, mangelnde Bewegung, dauerhafter Bluthochdruck, Stress etc. erhöhen das Herzinfarktrisiko.

Rauchen erhöht das Schlaganfallrisiko durch Förderung von Arteriosklerose (siehe oben), gesteigerter Herzfrequenz, Blutdruck und Schädigung der Hirngefässe. Als weitere Risikofaktoren werden Alter, Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen angesehen. Ein Schlaganfall ist durch eine plötzliche Schädigung des Gehirns mit daraus resultierenden neurologischen Folgeerscheinungen gekennzeichnet. Die Ausprägungen können vom einfachen „leichten“ Schlag bis zum sofortigen Tod reichen. In den meisten Fällen sind Durchblutungsstörungen der Hirngefäße die Ursache. Entweder entstehen sie schleichend durch im Alter zunehmende Verkalkung der Arterien (Arteriosklerose) oder durch plötzliche Verschlüsse der Blutgefäße.

Gefäßverengungen und -verschlüsse der Beinarterien führen häufig zum „Raucherbein“. Schwere Durchblutungsstörungen lösen beim Gehen infolge erhöhten Sauerstoffbedarfs plötzlich starke Schmerzen auf. Diese zwingen zum häufigen Stehenbleiben, was auch zu dem Namen „Schaufenster - Krankheit“ geführt hat.

Bei Asthmatikern reagiert das Lungensystem und Bronchialsystem überempfindlich auf Reize, wie z.B. beim Rauchen. Die Bronchien verengen sich und die Schleimhaut schwillt an. Ein dickflüssiger Schleim wird produziert, wodurch die Flimmerhärchen Staub und Fremdkörper nicht mehr vollständig abtransportieren können. Bei einem akuten Asthma-Anfall wird durch eine plötzliche, krampfhafte Verengung der Bronchien und gleichzeitiger Schleimhautanschwellung die Atmung hochgradig eingeschränkt. Das Ausatmen wird häufig von Brummen oder Pfeifen begeleitet. Dies bereitet große Schwierigkeiten, wodurch ein Gefühl der Atemnot entsteht.

Raucher leiden häufig an Erkrankung der Atemwege mit Husten und Auswurf. Diese Symptome verschwinden jedoch oder nehmen ab, wenn das Rauchen aufgegeben wird. Häufig kommt zur chronischen Raucherbronchitis eine Lungenblähung (Emphysem) hinzu. Bei dieser Krankheit wird im Spätstadium jeder Atemzug zur Qual, weil beim Ausatmen, das nur mit Anstrengung möglich ist, nicht die gesamte verbrauchte Luft aus den Lungen ausgestoßen wird. Die Lungenbläschen werden dadurch niemals ganz geleert, sie vergrößern sich und können sogar platzen, wenn ihre feine Außenhaut sich nicht weiter dehnen kann. Im weiteren Verlauf wird das engmaschige Netz des Lungengewebes immer gröber, und die Zahl der funktionsfähigen Lungenbläschen nimmt ab. Damit verringert sich die Lungenoberfläche und die Möglichkeit, Sauerstoff aufzunehmen. Patienten mit diesem Leiden müssen schneller atmen und können in schweren Fällen nur durch Sauerstoff aus Atemgeräten überleben.